Technische Aufbereitung von Messbilddaten

Messbilddaten und Konvertierungen

In Verkehrsverfahren liegen Messbilddateien häufig nur im originären Herstellerformat vor. Dann geht es um Entschlüsselung, Export, Konvertierung in gebräuchliche Bildformate und die Dokumentation der Ausgangsdaten.

Die Leistung richtet sich vor allem an Gerichte, Staatsanwaltschaften, Polizeibehörden, Bußgeldbehörden, Rechtsanwälte und andere Stellen, denen Messbilddateien im Originalformat überlassen werden. Ziel ist die Konvertierung in ein gebräuchliches Bildformat, das auf üblichen Rechnern lesbar bleibt und für die weitere Bearbeitung bereitgestellt werden kann.

Sie schafft die Grundlage für spätere sachverständige Bearbeitung.

Messbilder · Funktion der Aufbereitung

Ergebnis der Konvertierung

Die technische Aufbereitung von Messbilddaten ist ein vorgelagerter Arbeitsschritt. Ziel ist eine möglichst verlustarme Grundlage für Sichtung, Vergleich oder weitere gutachterliche Bearbeitung.

Die Leistung betrifft vor allem proprietäre, signierte oder verschlüsselte Ausgangsdateien. Dazu gehören die Umwandlung in gebräuchliche Bildformate, die Trennung zwischen Ausgangsdatei, exportierter Arbeitskopie und späteren Bearbeitungsständen sowie die Prüfung erforderlicher Bild-, Schlüssel-, Token- oder Begleitdateien.

Erzeugt das System mehrere Bildquellen, folgt die Zuordnung von Messbild, Zusatzfoto, Funkfoto oder weiteren Bildbestandteilen. Möglich ist außerdem eine zurückhaltende technische Aufbereitung, etwa durch Nachbelichtung, Tonwertanpassung oder Vergrößerung zur besseren Erkennbarkeit.

Messbilder · Verfahrensweg

Typischer Ablauf

Am Anfang stehen Originalformat, Viewer oder Herstellerumgebung. Danach folgen Entschlüsselung oder Export, technische Qualitätsprüfung und Bereitstellung in einem geeigneten Arbeitsformat. Dokumentiert werden Ausgangsdatei und Bearbeitungsschritte.

Gerade in Verkehrsverfahren ist die Trennung zwischen Ausgangsdatei, Export und Arbeitskopie wichtig.

Im Ordnungswidrigkeitenverfahren spielt auch der Zugang zu Rohmessdaten oder sonstigen gerätebezogenen Unterlagen eine Rolle. Die technische Aufbereitung unterstützt die sachgerechte Prüfung vorhandener Messunterlagen, insbesondere wenn der Zugang zu nicht bei der Akte befindlichen Informationen im Lichte des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 12. November 2020 (2 BvR 1616/18) diskutiert wird.

Messbilder · Technische Ausgangslage

Ausgangsdaten

Systeme, Ausgangsdaten und Zusatzdateien

In der Praxis spielen unter anderem Systeme und Datenbestände von ESO, Gatso, Jenoptik, Leivtec, Vitronic, VDS und weiteren gängigen Formaten eine Rolle. Ausgangspunkt ist der vorhandene Datenbestand: Originaldaten, qualitätsnaher Export, Ausdruck oder Bildschirmkopie.

Für die technische Aufbereitung stehen typische Systemumfelder im Vordergrund. Im ESO-Bereich wird zwischen ES 3.0 und ES 8.0 unterschieden; bei ES 8.0 wird für die praktische Sichtung regelmäßig zusätzlich das zugehörige JPEG benötigt, während bei ES 3.0 stärker der originäre Falldatensatz im Vordergrund steht. Im Umfeld von XV3 / Leivtec richtet sich die Bearbeitung nach den überlassenen Falldateien, Viewer- oder Exportkomponenten. Bei SBF- und BIF-Dateien aus dem Bereich Jenoptik / Robot zählen signierte Vorfallsdateien, BIF-Bilddaten und die zugehörige Auswertungssoftware. TUFF-Dateien aus dem Bereich Vitronic / PoliScan hängen zusätzlich von Viewer, Token oder Passwort ab; im VDS-Umfeld stehen Exportwege, Begleitdateien und spätere Lesbarkeit im Vordergrund.

Für die Praxis heißt das: ES 3.0 und ES 8.0 werden getrennt behandelt. Bei ES 8.0 ist das zugehörige JPEG regelmäßig mit anzufordern; Begleitdateien sind häufig ebenso wichtig wie die eigentliche Bilddatei. Ob ein Datensatz geöffnet und sauber zugeordnet wird, hängt von Dateiendung, Viewer-, Token-, Schlüssel- und Zusatzdateien ab. Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen Originaldatei, Export und Arbeitskopie.

Typische Fälle sind signierte Originaldaten, mehrere Bildquellen wie Messbild, Zusatzfoto und Funkfoto sowie softwaregebundene Exporte in gebräuchliche Bildformate. Benötigt werden Gerätetyp, Softwarestand und überlassener Datenträger.

Messbilder · Anwendungsbezug

Praxisbezug bei Messbilddateien

In Bußgeldverfahren liegen Messbilder je nach System nicht als gewöhnliche Bilddatei vor, sondern als signierte, verschlüsselte oder proprietär strukturierte Ausgangsdatei. Teilweise werden Bild- und Messdaten gemeinsam gespeichert; teilweise existieren getrennte Mess- und Zusatzfotos, die erst im Rahmen der Auswertung korrekt zugeordnet werden müssen. Für die Verfahrenspraxis ist deshalb wichtig, zwischen originärer Messdatei, softwareseitigem Export und späterer Arbeitskopie sauber zu unterscheiden. Die technische Aufbereitung macht das Material geordnet weitergebbar. Sie verändert das Beweismittel nicht nachträglich.

Die technische Aufbereitung umfasst Konvertierung, Zuordnung und geordnete Bereitstellung von Messbilddaten. Eine inhaltliche Prüfung des Bildmaterials wird gesondert beauftragt.

Umgang mit Daten

Übermittelte Beweismittel und Ausgangsdaten werden ausschließlich verfahrensbezogen verarbeitet. Weitergabe oder Veröffentlichung erfolgen nur auf rechtlicher Grundlage oder ausdrücklichen Auftrag.

Grenzen

Eine Konvertierung verbessert Lesbarkeit und Dokumentation. Sie erleichtert die weitere Arbeit mit dem Material. Die Aussagekraft folgt dem Ausgangsmaterial.

Messbilder · Auftragsklärung

Erstanfrage

Für die erste technische Prüfung genügen meist Messsystem oder Dateiformat, Verfahren und Ziel der Aufbereitung.

Für die erste technische Prüfung hilfreich
  • Originaldateien und Begleitdateien
  • Angaben zum Messsystem
  • vorhandene Exportdateien
  • Zusatzbilder oder Übersichtsaufnahmen
  • Hinweise auf Viewer oder Softwarestand