Altersdiagnostik · Anwendungsfelder
Typische Anlässe
Altersdiagnostik betrifft Verfahren, in denen das Lebensalter rechtlich erheblich ist und vorhandene Unterlagen keine ausreichende Grundlage bieten. Dazu gehören Volljährigkeit, Strafmündigkeit, jugendstrafrechtliche Altersgruppen und weitere gesetzliche Altersgrenzen.
Typische Anlässe sind fehlende, widersprüchliche oder unzureichende Altersdokumente, behördliche oder gerichtliche Prüfungen der Volljährigkeit sowie Fragen zur Strafmündigkeit oder zu jugendstrafrechtlichen Altersgruppen. Benötigt werden die konkrete Altersgrenze und die Grundlage der geplanten Untersuchungen.
Am Anfang steht eine konkrete Beweisfrage. Früh geklärt werden Altersgrenze, Verfahren und rechtliche Grundlage der Untersuchungen.
Altersdiagnostik · Methodik
Methode
Die Altersdiagnostik ist stufenweise aufgebaut. Einzelbefunde werden in einer medizinisch-anthropologischen Gesamtbewertung zusammengeführt. Gerade Grenzfälle verlangen die Trennung von Mindestalter, wahrscheinlichstem Alter und Streubreite der Befunde.
Die Aussage zu einer Altersgrenze entsteht aus der gewichteten Bewertung körperlicher, zahnärztlicher und radiologischer Befunde. Bewertet wird die dokumentierte Reifelage bezogen auf die konkrete Schwelle.
Altersdiagnostik · Untersuchungsbausteine
Typische Untersuchungen
Welche Untersuchungen im Einzelfall in Betracht kommen, hängt von Verfahrenslage und Rechtsgrundlage ab. Typisch sind körperliche Untersuchung, zahnärztliche Untersuchung einschließlich Orthopantomogramm, radiologische Begutachtung der Hand und – bei fortgeschrittener Reife und entsprechender Fragestellung – ergänzende Befunde am Schlüsselbein. Die Aussagekraft entsteht aus der geordneten Gesamtbewertung.



Altersdiagnostik · Bewertung und Aussagekraft
Gutachterliche Aussage
Das Gutachten bezieht die erhobenen Befunde auf die konkrete Altersgrenze. Es benennt gesicherte Ableitungen, wahrscheinliche Bewertungen und verbleibende Unsicherheit. Diese diagnostische Zurückhaltung gehört zur Methode.
Altersdiagnostik · Bedeutung im Verfahren
Praktische Bedeutung
Für Auftraggeber ist die Altersdiagnostik vor allem dann hilfreich, wenn die Altersgrenze klar benannt ist und bereits ersichtlich ist, welche Unterlagen oder Vorbefunde vorliegen. Das betrifft medizinische Dokumente, bereits angefertigte Bilder, behördliche Unterlagen und Angaben zur bisherigen Verfahrenslage.
So lässt sich früh klären, ob eine erste Einschätzung auf Aktenbasis genügt, ob eine vollständige Untersuchung in Betracht kommt oder ob einzelne Untersuchungen aus rechtlichen oder sachlichen Gründen ausscheiden.
Altersdiagnostik · Auftragsklärung
Erstanfrage
Für eine erste Prüfung reichen meist die konkrete Altersgrenze, das Verfahren und eine knappe Übersicht über vorhandene Unterlagen aus. Hilfreich sind außerdem Rechtsgrundlage, Untersuchungsrahmen und bereits vorliegende Befunde aus anderen Disziplinen.
Für den Erstkontakt genügen diese Angaben in knapper Form. Weitere Angaben stehen unter Verfahren und strukturierte Anfrage
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